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Studentenleben

Emilie Louise Freys Weg zur Universität glich einem Spiessrutenlaufen. "D'Studäntene kunnt", mit dieser und ähnlichen Bemerkungen sei sie auf dem Weg zur Universität begleitet worden. In ihrer Zeit als Studentin erfüllte sie die Erwartungen jener Zeit an das weibliche Geschlecht und studierte ruhig und fleissig an der medizinischen Fakultät. "Bescheiden sass sie in den Vorlesungen, Vergnügen kannte sie nicht; ihre Zeit verbrachte sie am Schreibtisch.", so wurde lobend über Emilie Louise Frey berichtet. Damit verstummten die Gegner des Frauenstudiums langsam.

 

Einstellung zu den Studentinnen an der Universität Basel. Der ersten Studentin, Emilie Louise Frey, wurde das Studieren nicht leicht gemacht. Der Studienalltag sei geprägt gewesen von "Unarten und Flegeleien", wird überliefert. Die Studentenverbindungen wachten darüber, dass Kommilitonen ihr nicht behilflich waren, ansonsten wurden sie gerügt. Ein Professor wandte sich wie folgt an sie: "Sie können meine Vorlesungen besuchen, aber das sage ich Ihnen: Liebschaften dulde ich keine und geraucht wird auch nicht!" Damit verwies der Professor auf den Ruf der russischen Studentinnen, welche als rauchende, in Liebschaften verwickelte Intellektuelle wahrgenommen wurden.

 

Anders war es 1897, sieben Jahre später: Serena Buser nahm ihr Medizinstudium 1897 auf. Die Mitstudenten schätzten und unterstützten sie, nicht jedoch alle Professoren. So ist folgendes überliefert: Ein Professor mit negativer Einstellung zum Frauenstudium begann seine Vorlesungen mit den Worten "Ich möchte die Dame bitten, den Hörsaal zu verlassen, vorher beginne ich die Vorlesung nicht." Serena Buser verliess den Hörsaal und mit ihr solidarisch alle Studenten.

 

Für die Studentinnen war der Alltag an der Universität eine Gratwanderung: Weder zuviel Weiblichkeit noch eine "Vermännlichung" war erwünscht, sondern ein möglichst geschlechtsloses Auftreten mit dezenter Kleidung. So bemühten sich die ersten Studentinnen um Seriosität und Bescheidenheit, um so wenig wie möglich aufzufallen.

 

Ziel: Wirtschaftliche Selbstständigkeit und befriedigende berufliche Tätigkeit. Den ersten drei Studentinnen der Universität Basel ist eines gemeinsam: Ihre Eltern entstammten dem Mittelstand, der zukunftsorientiert dachte und deshalb ihre Töchter in der Berufswahl unterstützen. Ziel war ihnen, dass ihre Töchter durch ihren Beruf wirtschaftlich selbstständig wurden und eine befriedigende Tätigkeit ausüben durften. Die Töchter ihrerseits wollten sich nicht mit der Rolle als auf die Ehe wartende Tochter abfinden, sonder strebten nach Unabhängigkeit und Erfüllung im Beruf.