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Frauenstudium in der Schweiz

In der Schweiz konnte das Frauenstudium relativ früh Fuss fassen: 1840 verzeichnete die Universität Zürich erste Gasthörerinnen, ab 1867 waren Frauen zum ordentlichen Studium zugelassen. Dem Beispiel der Universität Zürich folgten Bern, Lausanne und Genf. In Basel wurden seit 1872 mehrere Anträge abgelehnt.

 

Viele Studentinnen in Zürich, Genf, Lausanne und Bern waren Jüdinnen aus Osteuropa. Sie zeichneten sich durch ausgezeichnete Leistunen in Mathematik, Medizin und Naturwissenschaften aus. Sie ebneten den Frauen den Weg zum Studium. In England, Russland und Skandinavien waren Frauen seit den 1870er Jahren, in Spanien, Belgien und Serbien seit den 1880er Jahren zum Studium zugelassen.

 

Die erste Frau, die in der Schweiz studierte war Marie Heim-Vögtlin (1845 - 1916). Sie studierte an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich und promovierte ebenda, ebenfalls als erste Frau.

 

Ein Grund, warum Basel der Vorreiterrolle anderer Schweizerischer Universitäten in Sachen Zulassung zum Studium nicht folgte, wird in der Nationalität der ausländischen Studentinnen gesehen: Diese stammten vorwiegend aus Russland. Weiterlesen ...

  

Viele Frauen brachen das Studium ab. Gründe waren die schulischen Hürden mangels egalitären Vorbereitungsmöglichkeiten, die mangelnden beruflichen Perspektiven (der Zugang zum Studium bedeutete nicht automatisch den Berufszugang) und vor allem: Es fehlten die weiblichen Vorbilder. Der Wissenschaft allgemein fehlte die weibliche Tradition.